Das Stift St. Georgen am Längsee ist bekannt als Bildungshaus und Seminarzentrum. Wir wählten es als Ausgangspunkt für eine kleine Wanderung in das Moor beim Längsee, auf der wir viel Natur und auch ein wenig uns selbst entdecken konnten.

Wir starteten unsere Erkundung direkt am großen Parkplatz des Stiftes. Auf dessen halber Höhe am Rand liegt etwas versteckt die grüne Laube.

St. Georgen - Laube

Diese markiert den Beginn vom Weg der Orientierung, der in mehreren Stationen rund um und in das Stift führt.  Die ausführlichen Beschreibungen bieten Möglichkeiten zur inneren Einkehr oder Besinnung  und machen die Spiritualität der Orte erlebbar. Weitere Punkte am Anfang dieses Weges sind beispielsweise die Aussicht oder das Labyrinth.

St. Georgen - AussichtSt. Georgen - Labyrinth

Letzteres darf nicht mit einem Irrgarten verwechselt werden, denn bei einem Labyrinth führt der Weg ohne Abzweigungen in die Mitte und von dort wieder hinaus. Der Hinweg dient der Selbsterkenntnis, das Zentrum die Erfahrung der Gotteserkenntnis und der Rückweg zur Umsetzung dieser Erfahrung für das eigene Leben.

Das Gehen hat für uns schon immer auch eine meditative Bedeutung. So gesehen war dieser Punkt ein passender Anfang für den weiteren Weg. Diesen folgend kamen wir bald zu einer Treppe, die nur scheinbar ins Nichts führt, wurden wir an deren Ende doch mit dem Blick auf den Längsee belohnt.

St. Georgen - TreppeSt. Georgen - Längsee

Gleich neben der Treppe beginnt die Allee, die aus dem Stiftsbereich hinausführt. Von dem Schild „Kehre um“ ließen wir uns aber nicht beirren und setzten unsere kleine Wanderung fort – wir kommen ja wieder!

St. Georgen - AlleeSt. Georgen - Kehre umSt. Georgen - Stift von der Längseestraße

Die Straße entlang gingen wir bis zum Eingang des großen Strandbades. Gegenüber wartete bereits der Beginn des Moorwanderweges  (markiert mit der Nummer 2) auf uns.

St. Georgen - Moorwanderweg - Beginn

Im Sommer sind die Parkplätze sicher gut gefüllt, um diese Jahreszeit überquerten wir sie, ohne über Autos steigen zu müssen. Diese sind spätestens nach Beginn des Fußweges ohnehin unerwünscht. Zwischen Acker und Wald marschierten wir immer geradeaus. Der Wald linker Hand gehört bereits zum Moor, erschien uns aber eher wie ein undurchdringlicher Dschungel.

St. Georgen - Moorwanderweg - WaldrandSt. Georgen - Moorwanderweg - Birkenwald

Nachdem wir diesen hinter uns gelassen hatten, standen wir auf einer offenen Fläche, die weniger verwildert und mehr kultiviert aussah.

St. Georgen - Moorwanderweg - HochsitzSt. Georgen - Moorwanderweg - MoorwieseSt. Georgen - Moorwanderweg - Holzzaun

Kurz führt der Weg wieder in Richtung bewohntes Gebiet. Dort trifft er auf den Weg mit der Nummer 3, der rund um das Moor führt. Wir wollten aber wieder hinein und nahmen daher gleich die nächste Abzweigung mit der bereits bekannten Wegnummer.

St. Georgen - Moorwanderweg - St. PeterSt. Georgen - Moorwanderweg - Weggabelung

Es gibt sicher spannendere Moore als dieses. Sich auf die Gegebenheiten einzulassen  und mit offenen Augen die Natur zu entdecken, bot für uns aber genug Erlebnisse und Möglichkeiten, Kraft zu tanken und Erholung zu erlangen.

St. Georgen - MoorwanderwegSt. Georgen - Moorwanderweg - WollschweinSt. Georgen - Moorwanderweg - Gelbe LilieSt. Georgen - Moorwanderweg - PferdSt. Georgen - Moorwanderweg - BienenhausSt. Georgen - Moorwanderweg - Rosa Blumenwiese

Unachtsame Schritte hinterließen tiefe Fußabdrücke an den feuchten Stellen. Ob diese aufgrund des Moores so beschaffen waren, oder ob der Grund dafür am Wetter der vorangegangen Tage lag, konnten wir nicht eruieren. Neu war für uns allerdings, dass der Boden auch am scheinbar befestigten Weg spürbar nachgab.

St. Georgen - Moorwanderweg - FußabdruckSt. Georgen - Moorwanderweg - Weg durch den Wald

Viel zu schnell kamen wir wieder zum Wanderweg 3 und in die Zivilisation. Nun mussten wir an Häuser vorbei zur Landesstraße, deren Verlauf wir ein wenig folgten.

St. Georgen - Moorwanderweg - WegweiserSt. Georgen - Moorwanderweg - Neben der Straße

Aber auch dort ließen uns die Eindrücke nicht los, egal ob es der Blick hinunter in das Moor oder das verirrte Tier direkt am Weg war.

St. Georgen - Moorwanderweg - Blick ins MoorSt. Georgen - Moorwanderweg - Raupe

Eine große Straße entlang zu gehen, finden wir nicht so prickelnd. Also nutzten wir die nächste Gelegenheit, diese zu verlassen und setzten den Spaziergang auf schmäleren Straßen und Wegen fort.

St. Georgen - Moorwanderweg - BurgstallerfeldSt. Georgen - Moorwanderweg - Siedlungsweg

An schmucken Einfamilienhäusern, der Volksschule und etwas in die Jahre gekommenen Gasthäusern vorbei erreichten wir entlang der Markierung des Wanderweges  7 die schmale Zufahrtsstraße zum Stift. Leicht bergauf brauchten wir an deren Ende nur nach links unter den schattigen Bäume hindurch zu gehen, um wieder vor dessen Eingang zu stehen.

St. Georgen - Eingang

Im Innenhof stießen wir auf weitere Stationen des Weges der Orientierung. Natürlich durfte ein Abstecher in die Kirche nicht fehlen. Diese wurde auf den Mauern einer romanischen Vorgängerkirche erbaut. Der barocke Altar stammt aus der Zeit kurz vor 1700 und stellt natürlich den Heiligen Georg in den Mittelpunkt.

St. Georgen - Stiftshof mit BrunnenSt. Georgen - Arkaden und KircheSt. Georgen - Altar

Hinter der Kirche befindet sich ein weiterer Innenhof des Stiftes mit sehenswerten Arkadengängen.

St. Georgen - Stiftsgebäude und KircheSt. Georgen - Arkadengang

Ein kleiner Durchgang durch das Gebäude führte uns wieder auf die Seite des Weges der Orientierung, die wir schon vom Beginn unserer Wanderung kannten. Nach links kamen wir bald wieder zur bekannten Treppe und konnten danach den Rundgang um das Stift wieder fortsetzen. Dieser endet in dem Teil des Klostergartens, der der Entspannung und der von Gärtnern unterstützten aber von der Natur geschaffenen Schönheit gewidmet ist.

St. Georgen - StreuobstwieseSt. Georgen - PavillonSt. Georgen - Lehmhaus und BackofenSt. Georgen - Mühlsteinbrunnen

Passend zum Pfingstmontag begleiteten uns die blühenden Pfingstrosen wieder zurück zum Parkplatz, erfüllt von der Erkenntnis, dass intensives Erleben nicht immer Spektakuläres voraussetzen muss. Die reine Gehzeit beträgt für diese Wanderung ca. 1,5 Stunden.

St. Georgen - PfingstrosenSt. Georgen - Blumenwiese und Stift

PS: Auf dem folgenden Video könnt ihr unter anderem erkennen, wie der Boden unter den Füßen im Moor nachgab.

St. Georgen - Moorwanderweg - Wegverlauf

Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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