Berg, Kroatien, Wandern

Vela Draga – der Wilde Westen in Istrien

Vela Draga - Felsen

In der Vela Draga-Schlucht mitten im Učka-Naturpark zeigt sich Istrien von einer atemberaubenden Seite abseits von Strand und Meer.

Karl May-Fans kennen diese Schlucht durch wenige Sekunden in zwei Filmen: „Unter Geiern“ aus dem Jahr 1964 und „Winnetou – eine neue Welt“ aus 2015. Wir haben bisher zwar keinen dieser beiden Filme gesehen (vielleicht holen wir das noch nach), ein Besuch der Schlucht stand aber ganz oben auf unserer Wunschliste, als wir unseren Kroatien-Urlaub antraten.

Von Opatija kommend fuhren wir durch den über 5 Kilometer langen Učka-Tunnel, bezahlten die 33 Kuna Mautgebühr und fuhren gleich bei der Mautstation von der Autobahn mit Gegenverkehr (A8) ab. Der nicht allzu große Parkplatz der Vela Draga befindet sich in unmittelbarer Nähe. Von diesem führt erst einmal ein leicht zu gehender Weg  an den Rand der Schlucht (Dauer ca. 20 Minuten). Leicht bedeutet hier nicht achtlos, denn die Steine geben genug Stolpermöglichkeiten. Info-Tafeln informieren über die Entstehungsgeschichte dieser Schlucht und geben Informationen zu Fauna und Flora. Trotz Lesens dieser Tafeln waren wir bald am Abgrund, wo sich uns durch ein festes Geländer gesichert ein erster fantastischer Blick in die Schlucht bot.

Vela Draga - Wir schauen in die Schlucht

Vela Draga - Bahnstrecke zwischen den Bäumen

Vela Draga - Ausblick

Von hier an geht es in die Tiefe. Trittsicherheit ist dabei wichtig, wirklich schwer würden wir den Abstieg nicht bezeichnen. Wir hatten sogar Muse, uns nach Fossilien umzuschauen. Hat man sie erst einmal entdeckt, merkt man rasch, dass man quasi auf Schritt und Tritt über solche steigt.

Vela Draga - Versteinerungen

Vela Draga - Zwischen den Felsen

Vela Draga - Abstieg

Nachdem wir zwischen zwei Felsen durchgeklettert waren, spürten wir erste Tropfen, die recht rasch in strömenden Regen übergingen. Da hatte wir wohl einen schlechten Zeitpunkt für unseren Ausflug gewählt, die schattenspendenden Wolken meinten es nicht gut mit uns. Jedenfalls waren wir bald so durchnässt, dass wir den Rückzug antraten. Das ist übrigens der Blick von unserem Platz, auf dem wir eine Zeit lang ausharrten, in der Hoffnung, der Regen würde bald wieder nachlassen.

Vela Draga - Felsen und Wald

Doch so schnell gaben wir nicht auf und wagten am nächsten Tag einen neuerlichen Anlauf. Diesmal bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen. Von unserem gestrigen Regenplatz aus ging es über ein kleines Schotterfeld weiter in die Tiefe, durch einen Felsdurchbruch an einer herrlichen Felsnadel vorbei.

Vela Draga - Über den Schotter

Vela Draga - Felsennadel hinter dem Felsentor

Vela Draga - Im Felsentor

Vela Draga - Felsentor

Vela Draga - Felsennadel

Bald schon waren wir bei den Schienen, die wir bereits von oben gesehen hatten. Züge fahren hier aktuell keine, da seit einer Hangrutschung im Jahr 2009 etwas weiter südlich die Gleise unpassierbar sind. Hier war davon nichts zu merken, außer dass sich bereits kleine Stauden auf der Gleisanlage breit machen. Wir genossen die herrliche Aussicht in beide Richtungen und hatten Spaß auf den ungefährlichem Schienenweg.

Vela Draga - Bahnstrecke

Vela Draga - Bahntunnel

Vela Draga - Bahnstrecke mit Ausblick

Vela Draga - Bahntunnel von innen

Vela Draga - Drei Personen im Tunnel

Der weitere Weg führte uns fast zum Grund der Schlucht hinab. Von hier ging es direkt die Felsen entlang, vorbei an einer kleinen Höhle, die während einer kurzen Pause angenehme Kühle spendete.

Vela Draga - Blick in die Schlucht

Vela Draga - Am Grund der Schlucht

Vela Draga - Weg am Grund der Schlucht

Vela Draga - Höhle

Da es bis jetzt fast immer nur abwärts ging, musste es irgendwann natürlich wieder aufwärts gehen. Durch ein wenig Kraxeln zwischen den Felsen gewannen wir recht schnell an Höhe. Plätze, um die Aussicht zu genießen oder einfach ein wenig zu relaxen, gab es genug. Vorbei an der imposanten Felsnadeln ließen wir uns von zwei Kletterern kurz in die Irre führen, indem wir in ihre Richtung gingen. In der Schlucht gibt es viele Kletterfelsen, aber das überlassen wir anderen, denn für uns gab es von diesem Kletterfelsen aus kein Weiterkommen und so mussten wir ein paar Schritte zurück gehen. Der richtige Weg etwas weiter unterhalb war recht schnell gefunden, man sollte also nie die zahlreich vorhandenen Markierungen aus den Augen verlieren.

Vela Draga - Steiniger Weg

Vela Draga - SchotterhaldeVela Draga - SchotterfeldVela Draga - Mehrere Felsennadeln

Vela Draga - Große Felsennadel

Nun schloss sich der Rundweg und nachdem wir das Schotterfeld gequert hatten, waren wir wieder an der Stelle angelangt, an der uns am Tag zuvor der Regen überrascht hatte. Etwas erschöpft von der Hitze aber total beeindruckt von der Felsenlandschaft stiegen wir wieder zur Aussichtsplattform auf. Wer diese kleine Wanderung auch genießen und die Landschaft auf sich einwirken lassen möchte sollte wohl mindestens zwei Stunden einplanen und genug zum Trinken mitnehmen, die Sonne glüht hier gnadenlos. Gutes Schuhwerk macht das Gehen auf Fels sicher leichter. Trittsicherheit ist erforderlich sowie eine gewisse Kondition, den neben der Hitze können die knapp 200 Höhenmeter pro Richtung ziemlich anstrengen. Diese Schlucht ist ein absoluter Top Tipp, wenn man seinen Urlaub nicht nur am Meer verbringen möchte. Apropros Meer: Ein schöner Strand rundete für uns diesen Tag perfekt ab.

Vela Draga - FelsenformationenVela Draga - Blick ins Tal

Vela Draga - Karte

Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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