Kärnten, Wandern

Slow Trail durch das Bleistätter Moor

Bleistätter Moor - Verfallenes Pumpenhaus

Es war einmal ein Moor. Lange Jahre war es trockengelegt und wurde nun wieder der Natur zurückgegeben.

Dort wo die Tiebel in den Ossiacher See mündet, befand sich einmal das wunderschöne Bleistätter Moor mit einer vielfältigen Tierwelt. Doch der Mensch kam und legte es trocken, damit er die Fläche landwirtschaftlich nutzen konnte. Es vergingen keine 100 Jahre, bis der Mensch erkannte, dass er sich nicht einfach alles nehmen kann. Die Pumpen wurden abgestellt und das Moor der Natur zurückgeben. Doch so ganz wollte der Mensch auf dieses Paradies nicht verzichten. Er legte Wege an, möglichst achtsam, damit er neben den Tieren hier verweilen kann.

Sowohl an der Nord- als auch an Südseite des Moores befinden sich direkt an der Bleistätter Moor Landesstraße Parkplätze als Ausgangspunkte für das Naturerlebnis. Wir begannen unseren Spaziergang an der Südseite und marschierten erst einmal den Teil östlich der Straße entlang, der uns an einer verfallenen Hütte, Häusern, Feldern und kleinen Birkenwäldchen vorbeiführte.

Bleistätter Moor - Verfallene Scheune

Der Weg ist sehr flach und kann problemlos mit Kinderwägen befahren werden.

Bleistätter Moor - Allein am Weg

An der Nordseite vermuteten wir in dem Birkenwäldchen Dornröschens Schloss, überließen das Aufwecken der Prinzessin aber eventuell später vorbeikommenden Prinzen, denn das Dornengestrüpp überzeugte uns davon, keinen Fuß in den Wald zu setzen.

Bleistätter Moor - Birkenwald mit Dornen

Im Norden querten wir die Straße, die das Bleistätter Moor in zwei Hälften teilt. Damit hatten wir ca. die Hälfte des Weges begangen. Während wir die erste Hälfte recht flott durchspazierten, wurden wir hier langsamer, denn mit dem Wasser gab es deutlich mehr zu sehen. Natürlich zeigte sich uns nicht die ganze Vogelwelt, aber wir freuen uns auch schon über Enten, Schwäne, Blesshühner und Haubentaucher. Auch ein Storch zog direkt über unseren Köpfen hinweg.

Bleistätter Moor - Entenpaar

Bleistätter Moor - Schwäne

Bleistätter Moor - Haubentaucher

Viele Bäume trotzen noch tapfer dem Wasser, doch werden sie wohl irgendwann, wenn nicht ohnehin durch Fällungen nachgeholfen wird, in die Knie gezwungen werden.

Bleistätter Moor - Blick übers Wasser

Bleistätter Moor - Spiegelnde Birken

Bleistätter Moor - Bäume im Wasser

Bleistätter Moor - Spiegelungen

Bleistätter Moor - Sträucher im Wasser

Bleistätter Moor - Äste im Wasser

Die Häuser am Nordostufer des Ossiacher Sees wurden durch einen Damm geschützt. Der Beobachtungsturm lädt hier ein, Tiere und Natur genau zu betrachten. Für jene, die es besonders genau machen wollen, gibt es ein fest installiertes Fernrohr. Der Blick über den Ossiachersee ist traumhaft, den fehlenden blauen Himmel haben wir uns einfach vorgestellt.

Bleistätter Moor - Aussichtsturm

Bleistätter Moor - Aussicht

Bleistätter Moor - Blick auf den Ossiacher See

Bleistätter Moor - Schilfgürtel

Von hier geht es knapp am Ostufer des Sees Richtung Süden. Nach der Brücke bogen wir für einen Abstecher rechts vom Weg ab, um direkt zur Mündung der Tiebel in den See zu gelangen.

Bleistätter Moor - Tiebelbrücke

Bleistätter Moor - Ossiacher See

Wasser hat für uns immer eine magische Ausstrahlung und solche Orte laden uns normalerweise zum Verweilen ein. Der Apriltag zeigte sich jedoch etwas launisch und umzog uns mit kühler Luft, so dass wir unseren Rundweg fortsetzten. Nun rückte das für die Trockenlegung des Moores erbaute Pumpenhaus in unseren Blick. An dessen Seite erkannten wir die Jahreszahl 1931. Heute, bereits nach zwei Jahren (das Moor wurde 2017 geflutet) zeigt es deutliche Verfallserscheinungen. Bald darauf gelangten wir zum zweiten Aussichtsturm.

Bleistätter Moor - Pumpenhaus

Bleistätter Moor - Im Schilf

Bleistätter Moor - Schilf

Bleistätter Moor - Blick zum Aussichtsturm

Bleistätter Moor - Über die Brücke

Die ca. 7 km waren kurzweilig und abwechlsungsreich. Wer will, kann auf dieser Runde auch eine Serie an Geocaches finden. Das Radfahren ist verboten, der Weg ist als Slow Trail angelegt, und slow ist man halt am ehesten per pedes. Etwas flotter, joggenderweise, wird diese Strecke auch ein wunderbares Erlebnis sein. Im Sommer ist man die meiste Zeit recht schutzlos der Sonne ausgesetzt, in der Früh oder am Abend sind dann wohl die besten Zeiten. Jetzt im Frühling kann man perfekt das Erwachen der Natur beobachten.

Es sollte selbstverständlich sein, wir erwähnen es hier dennoch, dass auf die Natur Rücksicht genommen werden soll, Hunde an die Leine gehören und natürlich keinerlei Müll „verloren“ werden sollte – dazu gibt es Müllkübel.

Kurz zur Geschichte des Bleistätter Moors:
Das Moor wurde in den 1930er Jahren mit Hilfe von Pumpen trocken gelegt, um landwirtschaftlich nutzbare Fläche zu gewinnen. Die Ausbringung von Dünger in diesem sensiblen Gebiet und der Transport von Sedimenten durch die Tiebel dürfte für eine zunehmende Veralgung des eigentlich sehr sauberen Seewassers verantwortlich gewesen sein. Vor der Flutung 2017 wurde das belastete Gebiet saniert, heute filtert das ca. 80 ha große Gebiet das Wasser der Tiebel und bietet zudem mit den Flachwasserbereichen und Inseln einen idealen Lebensbereich für Vögel und Amphibien. Für uns ist das ein wunderschönes und gelungenes Beispiel für ein Gebiet, welches durch die Rückgabe an die Natur zu einem Naherholungsgebiet für den Menschen wurde.
Quellen:
www.ossiachersee.cc/slow-trail-bleistaetter-moor/
www.wvo.at/de/seenreinhaltung/ossiachersee

Bleistätter Moor - Karte

Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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