Der Poludnig ist mit 1.999 Metern zwar nicht der höchste Berg in den Gailtaler Alpen, er bietet aber trotzdem einen grandiosen Rundumblick in die Umgebung. Außerdem ist er relativ leicht zu erwandern.

Wir haben diesen Gipfel oft direkt vor unseren Augen,  wenn wir auf Heimaturlaub sind und aus dem Fenster unseres Zimmers schauen. Für Angela (richtig erraten, das A. von M.A.R.S.) ist es wohl jener Berg, dessen Gipfel sie am häufigsten erklommen hat, mitgezählt hat sie aber nicht. Dass sie es als Kind nicht wirklich spannend fand, wird vielen bekannt vorkommen. Genau aus diesem Grund wurde der Berg von uns nur zu dritt erklommen – unser Jüngster entschied sich dazu, im Tal zu bleiben. In Erinnerung ist Angela auch noch die Aussage ihrer Omi, dass man erst dann in den Pressegger See baden gehen könne, wenn vom Tal aus kein Schnee mehr unter dem  Gipfel des Poludnigs zu sehen ist.

Wir machten es wie zu den Kindertagen und wählten die bequemste Variante: Unser Auto brachte uns vorbei an Egger und Dellacher Alm bis auf den heute durch einen Zaun vor den Kühen geschützten Parkplatz vor der Poludniger Alm. Die Alm ließen wir aber vorerst unbeachtet und marschierten direkt vom Parkplatz vorbei an Kühen und Pferden, die hier einen wunderbaren Almurlaub verbringen dürfen (die Kühe hier werden nicht gemolken, die Milch bleibt den Kälbern).

Poludnig - Kühe am WegPoludnig - Kühe und WandererPoludnig - Pferde im WaldPoludnig - Haflinger

Der Weg führt vom Parkplatz zunächst unmarkiert und auch etwas querfeldein den Bergrücken  entlang, bis er auf jenen markierten Weg stößt, der direkt von der Poludniger Alm heraufführt und uns bis zum Gipfel begleitete. Nach einem kurzen Waldabschnitt verließen wir bewaldetes Gebiet und sahen quasi immer den Gipfel des gerade nicht 2000ers vor uns.

Poludnig - Sanfter BergrückenPoludnig - FotografinPoludnig - Blick in die FernePoludnig - Auf dem Weg zum Gipfel

Auch wenn wir den Poludnig eher als Berg für Einsteiger bezeichnen, erfordert er doch Trittsicherheit. Gutes Schuhwerk sollte selbstverständlich sein. Der Vorteil ist, dass der Gipfel recht schnell von der Alm aus erreichbar ist (knapp eine Stunde Gehzeit) und den Wanderern sich bei klarer Sicht ein wunderbar vollwertiges Gipfelerlebnis bietet – ein Erlebnis, welches sich die Gipfelstürmer hier mit Schafen teilen müssen. Wir verweilten recht lange am Gipfel, genossen die Aussicht und freundeten uns mit einem Teil der Schafe an – so weit, dass eines sogar mit auf das Gipfelfoto wollte. Das Foto wurde übrigens direkt von der Grenze zu Italien aufgenommen, die mit einer Spitze das Gipfelplateau erreicht.

Poludnig - GipfelfotoPoludnig - Schafe am GipfelPoludnig - GipfelrastPoludnig - Blick zur Poludnig-AlmPoludnig - Blick zum PresseggerseePoludnig - Blick Richtung SüdwestenPoludnig - Blick Richtung Süden

Der Rundumblick im Video:

Für den Abstieg wählten wir die Westseite und kamen gleich unter dem Gipfel noch an einer Herde weißer Schafe mit Dumbo-Ohren vorbei.

Poludnig - Schaf

Nach nicht allzu langer Zeit kam eine Abzweigung, und da wir ja wieder zurück zu unserem Auto wollten, hielten wir uns rechts (der linke Weg führt hinab zur Egger Alm – eine etwas anstrengendere und längere Variante, den Berg zu erklimmen) – zunächst etwas steiler bergab, danach aber wieder etwas sanfter in Richtung der Poludniger Alm. Dieser Weg ist zwar etwas länger als unsere Aufstieg, bietet aber Abwechslung und einen anderen Blick auf den Berg.

Poludnig - AlmrauschPoludnig - SchmetterlingPoludnig - AlmwiesePoludnig - Schiefe BäumePoludnig - Steiniger Weg

So schön es die Schafe hier oben haben, gibt es für sie auch eine Schattenseite: Wir kamen an einem vom Bären gerissenen Schaf vorbei. Später auf der Alm erklärte uns die Wirtin des Almgasthauses, dass es für sie nicht einfach irgendwelche Tiere sind. Die Bauern haben eine überschaubare Zahl an Tieren, manche Schafe wurden per Hand aufgezogen und da tut es weh, wenn ein solches Tier Opfer des Bären wird.

Vor der Poludniger Alm erblickten wir noch ein kleines Schneefeld, durchquerten ein Wäldchen und waren dann bald auf der Alm, auf den ersten Blick sehr ursprünglich, auf den zweiten Blick sind aber auch moderne Elemente  wie z.B. Solarpaneele zu erkennen. Wir genossen den Hollundersaft, plauderten mit der Wirtin, die uns ein Fotoalbum mit fantastischen Winterfotos zeigte, und bekamen richtig Lust auf einen Almurlaub. Vielleicht ein anderes Mal…

Poludnig-AlmPoludnig-Alm - AusschankPoludnig-Alm - KuhPoludnig - Karte
Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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