Das Projekt M.A.R.S. gibt es ja schon länger als Familie, stehen die Buchstaben doch jeweils für den ersten Buchstaben unserer Namen. Und wie in jeder anderen Familie gibt es unterschiedliche Interessen, die nicht immer leicht unter unseren Planeten zu bringen sind. Aber etwas verbindet uns vier: Die Neugierde auf das, was es so rund um uns zu entdecken gibt.

Wie aber kommen wir zu unseren Zielen? Das ist zugegeben nicht immer leicht.

Interessiert sich die eine Hälfte für Golf, wird die andere bei Pferden glücklich. Das einzig Verbindende dabei ist, dass beides an der frischen Luft stattfindet. Bei der Frage, was denn nun interessanter sei, hat die vierbeinige Fraktion leicht die Nase vorn. Denn je kleiner die edlen Rösser, umso mehr lassen sich auch die Herren begeistern. Felix ist 92 cm groß, ponyfrech und hat auch deren Herzen erobert. Für das Fellbüschel hätten wir uns sogar in F.A.R.M.S. umbenannt, aber da sich ein Pony nicht gut im Familienauto macht, gehen wir mit ihm Gassi – äh spazieren, und während wir auf Entdeckungsreisen gehen, bleibt er bei seinen Artgenossen auf der Koppel.

Shettland-Pony Felix

Ein Jahr „M.A.R.S. unterwegs“ ist Anlass, einen kurzen Rückblick zu machen: Gestartet wurde unsere Blog mit einem wunderschönen Ausflug auf das Dreiländereck. Blauer Himmel, klare Luft, unter uns das Nebelmeer, herrlich präparierte Pisten – da schlug sogar unser Nichtschifahrerherz höher, und wir hätten gerne zwei Bretter unter unseren Füßen gehabt. Immer wieder schauen wir gerne unsere Fotos an. Übrigens ist dies dank prominenter Verlinkung auf der Winterausgabe der Dreiländereckwebseite bis heute von der Reichweite unser erfolgreichster Beitrag: Dreiländereck – die fast unsichtbare Grenze.

Dreiländereck – Richtung Dobratsch

Es folgten Museen, Städte, unterirdische Wege, Wasserjuwele, schöne Spazierrouten. Unter den Museen war die Casa Cavazzini in Udine einer unsere Favoriten. Es verbirgt nicht nur eine spannende Sammlung moderner Kunst, sondern auch Wände, die Geschichten erzählen:  Udine von Tiepolo bis zur Moderne.

Udine – Casa Cavazzini – Fresken

Dass wir in diesem Haus anhand einer Sammlung berühmter amerikanischer Künstler auch an das große Erdbeben 1976 in Friaul erinnert wurden, zeigt, wie omnipräsent diese Naturkatastrophe auch über 40 Jahre später noch ist. Venzone, eine Stadt die danach quasi vollständig zusammengefallen war, hat dieses Ereignis als Art „Freilichtmuseum“ festgehalten, hier ist das Erdbeben bzw. dessen Folgen auf Schritt und Tritt zu sehen, bzw. kann im Erdbebenmuseum auch gespürt und gehört werden. Beängstigend, beeindruckend: Venzone – Auferstehung eines Ortes.

Venzone - Teil der Klosterruine

Unser Nachbar Slowenien kam im letzten Jahr etwas kurz, doch sowohl Kranj (Kranj – Kleinod auf dem Hügel) als auch das Bohinj-Tal (Museen in Bohinj) haben uns begeistert. War Slowenien für uns bisher nur jenes Gebiet, welches durchfahren werden musste, um an die Küste Kroatiens zu gelangen, haben uns diese Ausflüge schnell gezeigt, dass dieses Land viel zu erzählen und zu zeigen hat.

Kranj – Platz vor der Kirche

Wie wenig oftmals die eigene Heimat bekannt ist, erkannten wir staunend am Hemmaberg. Aus persönlicher Sicht waren für uns die dortigen Mosaike spannend, von deren Existenz wir bis zu unserer Recherche bzw. dem Besuch vor Ort nichts wussten. Diese finden sich natürlich nicht mehr am Originalschauplatz, sondern witterungsgeschützt im Museum in Globasnitz: Frühe Christen in Globasnitz.

Globasnitz – Mosaik – Vogel

Wohl einer der magischsten Plätze war die Goriuda-Quelle. Schöner geht es wohl nicht mehr! Hier fließt Wasser aus einer Höhle und bringt jede Menge Zauber mit. Ein Ort zum Verweilen und Genießen, der zudem nur nach recht kurzem Fußmarsch zu erreichen ist. Trotzdem waren wir allein dort und konnten uns vom Plätschern des Wassers, der Höhle und den Moospölstern verzaubern lassen. Einfach märchenhaft: Fallende Wasser im Raccolana-Tal.

Goriuda-Quelle

Wir haben das doch recht kleine Gebiet Kärnten – Friaul – Slowenien immer wieder einmal verlassen und dort so manche positive Überraschung erlebt. Noch immer faszinierend ist für uns, dass es Solequellen gibt, also Quellen, aus denen Salzwasser rinnt. Ein Förderrad, welches seit einer gefühlten Ewigkeit sich ununterbrochen dreht, hat für uns die Geschichte des Salzes und der Salzgewinnung in einem ganz neuen Licht sehen lassen. Das Salzmuseum in Bad Reichenhall präsentiert dies recht unaufgeregt, ohne viel Tamtam, aber mit viel Wissensvermittlung: Alte Saline Bad Reichenhall.

Bad Reichenhall – Zentralgebäude der alten Saline

Ein einzigartiges Unterfangen war auch die Draisinenfahrt im Burgenland. Auf klar vorgegebener Bahn strampelten wir unter der warmen Ende-August-Sonne durch die doch nicht ganz so ebene Burgenlandlandschaft. Für uns war es lustig, aber abschnittsweise auch recht anstrengend. Hut ab vor jenen, die sagen, war ganz leicht: Mit der Fahrrad-Draisine durch das Mittelburgenland.

Fahrraddraisine – Mittelburgenland

Aber natürlich gab es auch Flops, von denen wir bisher nicht berichteten. Auch wenn wir im Vorfeld gut recherchieren, geht es manchmal einfach daneben. Klingt doch vielversprechend: Kirche in einer Höhle. Die Internetseite verriet die Öffnungszeiten, doch die Tür war zu. Holen wir nach.

Stiegenaufgang zur Kirche

Auch über eine der größten Burgruinen Mitteleuropas hüllen wir uns in Schweigen, wird auf deren Webseite bzw. auf Schildern im Eingangsbereich allzu deutlich darauf hingewiesen, dass keine Fotos im Internet veröffentlicht werden dürfen. Wir wissen, die wenigsten halten sich daran und natürlich finden sich Bilder in Facebook und Co. Nicht aber bei uns, wir haben dies auch so interpretiert, dass die Betreiber gar nicht wollen, dass jemand über diese wirklich spannende Burg berichtet und dadurch womöglich mehr zahlende Besucher kommen.

Als absoluter Fan von alten Ruinen, Löchern in der Erde und Wasser, waren unsere persönlichen Höhepunkte 2017 vor allem in Sardinien zu finden. Die italienische Insel gehört ebenfalls nicht gerade in unser Haupt-Jagdrevier des Dreiländerecks Kärnten – Friaul – Slowenien. Es war ursprünglich auch gar nicht Urlaub, welcher einen Teil von M.A.R.S. nach Sardinien brachte, aber wir nutzten die Chance, der Rest kam nach und wir verbrachten wohl die spannendste Zeit des Jahres auf der Mittelmeerinsel. Sardinien bietet alles: Traumhaftes Meer, Löcher in der Erde in Form von natürlichen aber auch von Menschenhand geschaffenen Höhlen und unzählige Ruinen, die von einer spannenden Vergangenheit zeugen – übrigens, wie wir nach unserer Rückkehr erfahren haben, dem klassischen Sardinienurlauber kaum bekannt. Auch kulinarisch war diese Insel für uns ein Abenteuer: Von höchstem Genuss bis… aber das ist eine ganz eigene Geschichte.

Sardinien – Porto FerroSardinien – Alghero – TurmSardinien – Sant Andrea Priu

Nachdem es in letzter Zeit etwas ruhig um „M.A.R.S. unterwegs“ war (es gibt eben auch andere Familienprojekte unter einen Hut zu bringen – unter anderem auch Spaziergänge mit Felix), werden wir uns bald wieder auf Entdeckungsreise begeben und sind schon selbst neugierig, wohin uns unsere Ausflüge führen werden. Und die Geschichten aus Sardinien warten auch noch darauf, erzählt zu werden…

Bitte weitersagen... Danke!